Statements

Gabriele Heinisch-Hosek
BPW Austria Ehrenmitglied und Abgeordnete zum Nationalrat

Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in Österreich nach wie vor zu groß. Frauen verdienen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit bis zu 20 Prozent weniger. Das wirkt sich natürlich auch auf die Pension aus. Nur ökonomische Unabhängigkeit garantiert Frauen ein selbstbestimmtes Leben. Es ist an der Zeit, dass dies endlich selbstverständlich wird. Daher setze ich mich auch für ein Gesetz zur Lohntransparenz nach dem Vorbild Islands ein. Unternehmen müssen dort für gleiche und gleichwertige Arbeit Frauen und Männer gleich bezahlen, ansonsten gibt es Strafen. Für echte Gleichstellung braucht es Taten, die Frauen wirklich helfen!

Heinrich Schellhorn
Landeshauptmann Stv. Salzburg

In der Arbeitswelt zeigt sich wahre Anerkennung in entsprechender Entlohnung. Genau deshalb reicht es nicht, Frauen in Pandemiezeiten für ihre „systemrelevante“ Arbeit bloß zu loben. Es braucht in vielen Bereichen höhere Löhne und Gehälter sowie bessere Rahmenbedingungen, sei es durch den Ausbau qualitativer und leistbarer Kinderbetreuung, durch zeitgemäße Elternzeitmodelle oder auch Modelle der Partner*innen-Teilzeit. Vor allem aber braucht es in unserer Gesellschaft – und hier ist jeder Einzelne, jede Einzelne gefordert – ein stärkeres Bewusstsein für den Wert der Arbeit, die Frauen tagtäglich verrichten.

Susanne Raab
Bundesministerin für Frauen, Familie, Jugend und Integration

Der Equal Pay Day macht darauf aufmerksam, dass es leider immer noch einen Gender Gap bei den Einkommen von Männern und Frauen gibt. Mir ist es deshalb wichtig, dass wir die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen weiter stärken – denn das ist die Basis für ein selbstbestimmtes Leben! So gilt es etwa Frauen vermehrt in Führungspositionen und in Zukunftsbranchen zu bringen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu stärken.

Beate Meinl Reisinger
Klubofrau NEOS, Abgeordnete zum Nationalrat

Corona hat die bestehenden Ungleichheiten noch sichtbarer gemacht – Betreuungs- und Pflegeaufwand hängt immer noch großteils an den Frauen. Damit ist einer der Hauptgründe für die fehlende finanzielle Gleichstellung von Mann und Frau gefunden. Jedes Jahr im Februar werden wir durch den Equal Pay Day schmerzlich darauf hingewiesen. Ich fordere die Regierung dringend auf, sich endlich wirklich für ein echtes Empowerment von Frauen einzusetzen und frauen- und geschlechterspezifische Politik nach vorn zu holen.

Elisabeth Teufer
Bürgermeisterin Freistadt

Dass Frauen für dieselbe Arbeit weniger verdienen als Männer, ist inakzeptabel. Wir müssen diese Unterschiede beseitigen und die Einkommensschere schließen - besser heute als morgen! Dafür brauchen wir mehr Entscheidungsträgerinnen in der Politik sowie Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft. Wir haben aufgeholt, aber der Anteil an Frauen im Bürgermeisteramt sowie in vielen anderen Bereichen ist noch immer erschreckend klein.“

Pamela Rendi-Wagner
Klubobfrau SPÖ, Abgeordnete zum Nationalrat

Als „Heldinnen des Alltags“ wurden Frauen im ersten Lockdown zwar beklatscht, doch an Bezahlung oder Arbeitsbedingungen hat sich in den meisten Bereichen kaum etwas verbessert. Umso wichtiger ist es im Kontext der Krise, die Frauenpolitik in den Vordergrund zu rücken. Echte Anerkennung bedeutet auch, endlich den gleiche Lohn für die gleiche Arbeit umzusetzen!

Martina Ernst
Gründerin von SalaryNegotiations

Österreich ist eines der reichsten Länder weltweit (BIP pro Kopf) und dennoch arbeiten Frauen jedes siebte Jahr gratis - ein klares NEIN zu ungleichem Lohn und ein ebenso klares JA zu Solidarität und gesellschaftlicher Veränderung. Und dazu braucht es ALLE - Männer und Frauen

Matthias Strolz
Impact Unternehmer, Autor & Publizist, uvm.

Wenn ich es meinen Töchtern erkläre, dass sie dereinst für denselben Job weniger verdienen werden als ein Mann, dann können sie es kaum glauben. Es ist beschämend – für alle. Und ich sage ihnen: Es wird nicht immer so sein. Es darf nicht so bleiben!“

Hermine Meissl
Geschäftsführung/CEO Meissl Open-Air Solutions GmbH

Ob Geschlecht oder Hautfarbe, es ist grundsätzlich sehr traurig, dies im 21 Jahrhundert noch thematisieren zu müssen. Equal Pay und Equal Chance müssen selbstverständlich sein. Wir Frauen dürfen uns gegenseitig mehr stärken. Mit Mut und Zusammenhalt können wir das bestimmt gut schaffen. Es ist ein Zeichen für die Moral einer Gesellschaft, wie sie mit Benachteiligung umgeht und letztendlich dient auch hier die Schaffung von Gerechtigkeit dem Wohle aller.

Kristina Maria Brandstetter
Board Member der #NewITGirls

Vor 28 Jahren trat das Gleichbehandlungsgesetz in Kraft, vier Jahre später unterschrieben knapp 665.000 das Volksbegehren "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" und auch wenn sich in der Zwischenzeit einiges getan hat, sprechen wir heute noch immer davon, dass die vollständige Schließung des Gender Pay Gaps erst in einigen hunderten Jahren erreicht werden kann? Nicht nur als Mutter einer heute fünfjährigen Tochter will ich das so nicht hinnehmen, wir alle gemeinsam können es früher möglich machen. Dazu brauchen wir aber eine Vielzahl an Maßnahmen: politische, wirtschaftliche und bewusstseinsbildende.

Korinna Schuhman
ÖGB Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin des ÖGB

Die Forderung nach gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit ist eine zentrale Forderung der Gewerkschaftsfrauen. Dass der Einkommensunterschied im Jahr 2021 noch derart hoch ist und wir auch im europäischen Vergleich weit hinterher hinken hat weitreichende Folgen für die Frauen. Hinzu kommt jetzt durch die Corona-Krise noch die massive Arbeitslosigkeit von Frauen. Ebenso haben Frauen aufgrund der Mehrfachbelastung ihre Stunden reduziert. Dies wirkt sich alles negativ auf das Gehalt und folglich auch auf die Pensionen von Frauen aus. Gemeinsam müssen wir dagegen ankämpfen und diese Ungerechtigkeit endlich aus der Welt schaffen.

Katja Schuh
Karriere Coach für Frauen & Gründerin V-SUIT und Business Frauen DACH

Ungerechtigkeiten wie der Gender Pay Gap dürfen nicht schulterzuckend hingenommen werden. Wir brauchen effektive Transparenz und eine Kultur der Offenheit in Bezug auf das Thema Geld – damit bewusste und unterbewusste Diskriminierung keinen Halt mehr hat. Der erste Schritt: lasst uns mehr darüber sprechen!

Adela Mehic-Dzanic
Führungskraft beim Softwareunternehmen Mavoco sowie Vizepräsidentin des Female-Leaders-Netzwerks der WU Executive Academy

Als ich nach Österreich kam, um einen Job zu suchen, ich hatte einen klaren Ziel - einen Job in der IT-Branche innerhalb von 3-6 Monaten zu landen. Leider habe ich erst später gelernt und Mut gefunden, mehr zu verhandeln und für mich zu stehen. Sei bitte nicht wie ich! Frag nach mehr, mach deine Recherche und sei vorbereitet. Frag dein Netzwerk nach Rat und Unterstützung. Stell dir vor, mein Shock als ich erfahren habe, dass mein Kollege in demselben Job (in derselben Position) mehr als 40% verdient als ich. Ich wünsche mir mehr Transparenz und wünsche mir, dass wir Frauen und Männer uns gegenseitig auf dem Weg zum Equal Pay unterstützen.

Eliette Thurn
Soroptimist International Österreich

Der Equal Pay Day rutscht jedes Jahr ein Stückchen weiter nach vorne - von 2019 auf 2020 um 1 Tag und von 2020 auf 2021 um 4 Tage auf den 21. Februar. Ein Grund zum Feiern? Nein, so lange noch immer Frauen für die gleiche Tätigkeit fast 2 Monate umsonst arbeiten, ist jede Verbesserung zwar gut, aber noch nicht gut genug! Es muss sich etwas ändern! Wir fordern: Gleiches Teilhaben am Arbeitsmarkt, der Wirtschaft und der Politik, gleiche Bezahlung, Recht auf Sicherheit und Monitoring der Gleichstellungspolitik.

Elisa Aichinger
Partner Deloitte Consulting GmbH

Das Prinzip von Gender Diversity nur zu verstehen, reicht nicht. Es geht darum, diese Diversität zuzulassen und zu fördern, denn nur das kann uns von festgefahrenen Denk- und Handlungsmustern befreien und uns die Kreativität, Agilität und Innovationsfähigkeit ermöglichen, die es heute und in Zukunft braucht. Die Voraussetzung dafür ist, dass gleichwertige Arbeit auch gleich entlohnt wird. Das ist aus moralischer Sicht selbstverständlich aber vor allem aus betriebswirtschaftlicher Sicht notwendig, denn nur so kann Gender Diversity erreicht werden. Der Equal Pay Day zeigt jedes Jahr: Es gibt noch viel zu tun!

David Egger
Chef Salzburger SPÖ

Es ist zum Schämen, dass Salzburgerinnen im Jahr 2021 noch immer 17,2 Prozent weniger verdienen als Männer. Für mich liegt der Schlüssel zur Lohngerechtigkeit in der Umverteilung der unbezahlten Arbeit. Wir brauchen daher dringend eine Verkürzung der Normalarbeitszeit. Wenn nicht nur Frauen, sondern auch Männern einen gesetzlichen Anspruch auf Babykarenz hätten, würde sich das ebenfalls positiv auf die Lohngerechtigkeit auswirken.

Daniela Ekl
Diversity Think Tank Consulting GmbH

Mein Mann verdient wesentlich mehr als ich. Trotzdem war er zehn Monate in Karenz. Trotzdem ist er jetzt in Elternteilzeit. Karriereknick? Wohl eher schon. Würde er es wieder tun? Unbedingt! Für mehr Zeit mit unseren Kindern und absolut auch für mich: Weil es schade wäre um meine beruflichen Talente (sagt er – und es stimmt). Das muss man sich unterm Strich natürlich leisten können. Und auch dafür muss der Pay Gap schrumpfen: Für mehr Spielraum, mehr Möglichkeiten und mehr gleichberechtigte Elternpaare. Damit gleicher Lohn und gleiche Chancen für unsere Töchter und Söhne ganz normal sein werdenchen!

Susanne Erhart
Betriebsleiterin frauenanderskompetent

Ich wurde gebeten, ein Statement zum Equal Pay Day abzugeben und ich bemerke, dass ich dazu einfach nichts mehr sagen kann. Denn es ist bereits alles gesagt. Von großartigen Frauen. Und auch ebensolchen Männern. Davon leider weit weniger, aber immerhin. Es widerstrebt mir, im Jahr 2021 überhaupt noch über das Thema Gleichstellung in Puncto der Bezahlung von Leistung sprechen oder – schlimmer noch - darüber diskutieren zu müssen. Und es widerstrebt mir besonders nach einem Jahr wie dem vergangenen, in dem Frauen vollkommen selbstverständlich an vorderster Front der Krisenbewältigung standen und zusätzlich zu ihrer bereits schlechter bezahlten Arbeit auch noch den größten Teil der immens gestiegenen innerfamiliären Arbeit geleistet haben. Es widerstrebt mir. Sehr.

Claudia Brandstätter
Unternehmerin, Marketing-Forscherin

Geschlecht darf nirgends und niemals als Bezugsgröße für Entlohnung / Bezahlung herangezogen werden. Jeder Mensch hat das Recht auf aufgaben- und leistungsorientierte Bezahlung (Fairness macht bei der Bezahlung nicht Halt)! Auch gilt für alle drei Geschlechter: Sie sind gleichwertig und gleich wichtig. Das muss sich auch in der Bezahlung zu 100 % niederschlagen. Hier liegt die Verantwortung der Gesellschaft, nicht eher still zu sein, bis der €urogleichklang in der Bezahlung erreicht wird.Verantwortungsvolle Unternehmen und Organisationen können durch die gleiche Bezahlung für alle drei Geschlechter einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualität leisten.

Birgit Buchinger
Solution -Sozialforschung & Entwicklung e.U

Die Lohndiskriminierung von Frauen, allein deshalb, weil sie Frauen sind, ist ein gesellschaftspolitischer Skandal. Es sind die Frauen, die mit ihrer Arbeit das Lebenund Überleben von Menschen und unserer Gesellschaft sichern. Dafür werden sie mit prekären, armutsgefährdenden Löhnen abgespeist. Es reicht! Frauen müssenendlich verdienen, was sie verdienen.

Stefan Moser
Versicherungsmakler für betriebliche Personenversicherung

Der ungerechtfertigte „pay gap“ führt bereits während einer Vollzeitbeschäftigung zu weniger Pensionsbeiträge in die gesetzliche, wie zum Teil auch in die betriebliche Vorsorgelösungen! Nachdem Kinderbetreuung und -erziehung meist als „Frauensache“ verstanden wird, kann eine Mutter leider meist nur eine Teilzeitbeschäftigung ausüben und verfügt somit über ein geringes, frei verfügbares Einkommen -> eine private Altersvorsorge zu besparen ist oftmals unmöglich.Ergebnis: 2019 hatten in Österreich über 65-jährige Frauen ein um 36% (!) geringeres Pensionseinkommen aus gesetzlicher und privater Rente, als Männer es im Schnitt hatten! Zur Vermeidung der Altersarmut müssen die (Ehe-) Partner mehr Verantwortung übernehmen und sollten einem Pensionssplittung zustimmen und auch eine Altersvorsorge für die Gattin/Lebensgefährtin besparen!

Andrea Kirchtag
Geschäftsführerin Frau & Arbeit gGmbH

Der Gender Pay Gap ist die Folge einer zutiefst patriarchalen Struktur, die dringend einer Reform bedarf. Es braucht eine Neubewertung von Arbeit ebenso wie Lohntransparenz, damit echte Chancengleichheit möglich wird.

Christiane Feigl
Geschäftsführerin „Welt der Frau“ Verlags GmbH und „Donor Media“ GmbH

Stell dir vor, du machst genau den gleichen Job wie dein männlicher Kollege, bekommst dafür aber weniger bezahlt, in der Folge dann weniger Pension und dies trotz gleicher Qualifikation und vergleichbarer Ausbildung? Ich gratuliere den BWP Austria, den „Equal Pay Day“ in Österreich als gesellschaftspolitisches Barometer erfolgreich eingeführt und als Kennzahl transparent gemacht zu haben. Eine Forderung nach Gerechtigkeit in eine einzige, verständliche Kennzahl gefasst mit klarem Auftrag zur Verbesserung, das finde ich einfach genial. Und dass Maßnahmen und langjähriges Engagement fruchten, zeigen die Werte bereits eindrucksvoll bei den Beamt*innen und für Wien. Ich wünsche mir, dass auch die Vorbildwirkung des Gelungenen künftig vermehrt eine starke Rolle in der Kommunikation einnimmt. Und dass das Anliegen selbst als hohe Priorität in der Frauenpolitik, in unseren unternehmerisch denkenden Köpfen und im Denken aller Frauen selbstverständlich wird

Andrea Maria Reiser
Künstlerin, Mutter, Model

Ich wünsche allen Frauen, dass Anerkennung, Respekt, Eigenverantwortung ihr Handeln immer mehr bestimmt. Andere Frauen nicht als Konkurrenz, sondern als Gleichgesinnte zu sehen. Frau zu sein ist wunderbar, gemeinsam neue Wege zu gehen mit einer fairen Bezahlung ebenso.

Veronika Bohrn Mena
Autorin, Arbeitsmarktexpertin und Kolumnistin

Es ist absolut inakzeptabel, dass wir im Jahr 2021 immer so weit von einer echten Gleichstellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt entfernt sind. Weiterhin werden Frauen aktiv benachteiligt und schlechter bezahlt, obwohl die gesellschaftlichen Erwartungen an sie wesentlich höher sind, als die an Männer. Dabei handelt es sich um ein strukturelles Problem und keinesfalls um ein individuelles Versagen von Frauen. Die ist einzige Möglichkeit mit dieser unerträglichen Ungerechtigkeit endlich aufzuräumen eine stärkere gesetzlichen Regulierung und Transparenz. Gehälter müssen endlich frei zugänglich und nachvollziehbar offen gelegt werden, damit Frauen ihre Diskriminierung auch aktiv bekämpfen können, bei Diskriminierung handelt es sich schließlich um kein Kavaliersdelikt.

Bettina Ludwig
Kultur- und Sozialanthropologin, Keynote-Speakerin

Frauen kennen das Problem des Gender PayGap, viele erfahren es am eigenen Leib. Problematisch ist, dass noch nicht genügend Männer die Wichtigkeit dieser Thematik für die Gesamtgesellschaft erkannt haben. Wir alle müssen verstehen, dass wir als Gesellschaft ein riesiges Potential einbüßen, wenn wir Frauen strukturell benachteiligen. Können und wollen wir es uns wirklich leisten 50% der Bevölkerung weniger Chancen zu geben unsere Gesellschaft zum Positiven zu verändern?

Peter Blaikner
Autor

Es war kein größeres Problem, die Gleichstellung von Mann und Frau auch im Sprachgebrauch zu verankern. Die Töchter fanden sogar Eingang in den Text unserer Bundeshymne. Doch gegen eine gerechte, gleiche Behandlung und Bezahlung in der Arbeit sträubt man sich massiv. Denn das würde ja was kosten.

Bettina Hauser
Leiterin HR S/E Hofer KG

Als verlässlicher Arbeitgeber mit mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen wir nicht nur für zukunftssichere Karrierewege, sondern vor allem auch für Vielfalt, Chancen- und Einkommensgleichheit. Beruflicher Erfolg ist bei uns ganz klar eine Frage des Potenzials und nicht des Geschlechts: So liegt der Frauenanteil im Unternehmen bei 80 Prozent, jede zweite Führungskraft ist weiblich und „Equal Pay“ ist bei uns schon immer gelebte Praxis. Unsere zahlreichen Powerfrauen und -männer unterstützen wir zudem mit wirkungsvollen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit, wie z.B. flexiblen Arbeitszeitmodellen, attraktiven Gehaltspaketen oder unserem betrieblichen Gesundheitsmanagement

Isabell Hametner
SVP Human Resources, OMV

Gleiche Bezahlung sollte überall eine Selbstverständlichkeit sein. In der OMV haben wir ein einheitliches Gehaltsschema und standardisierte Einstiegsgehälter für Absolventinnen und Absolventen. Knackpunkt ist allerdings die Karriereentwicklung, und da braucht es neben all den strukturellen Erleichterungen, wie Betriebskindergarten, Teilzeitmodelle und flexible Arbeitszeitmodelle auch das Selbstvertrauen der Frauen, dass Familie und Karriere kein Widerspruch ist.

Bettina Ganghofer
Geschäftsführerin Flughafen Salzburg GmbH

Es ist heutzutage eines der normalsten Dinge der Welt, dass Frauen in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen – in allen Branchen und auf allen Ebenen, bis hin zu den höchsten Positionen und Ämtern - tätig sind. Sie leisten täglich großartige, qualifizierte Arbeit und stehen ihren männlichen Kollegen in nichts nach. Es sollte daher längst eine Selbstverständlichkeit sein, dass gleiche Leistung auch gleich bezahlt wird, denn es ist wahrlich völlig unerheblich, ob diese Leistung von einer Frau oder einem Mann erbracht wird.

Elisabeth Stadler
Generaldirektorin Vienna Insurance Group

Entlohnung nach Qualifikation, nicht nach Geschlecht. Die Vienna Insurance Group sieht in ihrer Personalstrategie die Wertschätzung von Diversität und damit unter anderem auch die Beseitigung von Hindernissen für Frauenkarrieren als eines ihrer Kernelemente vor. Entlohnung und Vergütungssysteme sind geschlechtsneutral gestaltet und bieten gleiche Einkommenschancen für alle Geschlechter.

Ali Mahlodij
Unternehmer, internationaler Key Note Speaker, EU Jugendbotschafter und Universitätsdozent

Der Equal-Pay-Day ist ein wichtiges Mittel um auf das strukturelle Problem hinzuweisen, dass wir in unserem Land die Arbeit von Frauen immer noch als weniger wertvoll erachten als die von Männern. Um das zu verändern ist es wichtig immer und immer wieder darauf hinzuweisen - ich denke nämlich, dass die wenigsten das wirklich individuell noch so glauben. Ich kann und will einfach nicht glauben, dass wir nicht hinbekommen, dass Frauen und Männer gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen!

Lisi Molzbichler
Gründerin des Netzwerks Business Moms Austria Geschäftsführerin der balanceUP GmbH & Business Coach

Es wird Zeit, dass wir den Gender-Pay-GAP endlich schließen. Mütter sind davon noch einmal mehr betroffen: Nicht nur, dass sie vielfach in Teilzeit ins Unternehmen zurückkehren, oft stößt durch die Mutterschaft auch ihre Karriere an eine Grenze. Es wundert mich also keinesfalls, dass so viele Frauen nach der Karenz beschließen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und somit ihre Leistung / ihr Angebot mit dem (für sie) besten Preis zu versehen bzw. ihren Wert selbst bestimmen.

Brigitte-Maria Gruber
Leitung Frauen:Fachakademie Schloss Mondsee
Unternehmensberaterin

Wieviel verdienen Sie?
Mal ehrlich: Wenn wir unser Gehalt selber festsetzen könnten, wüßten wir ziemlich genau, welcher Betrag uns zusteht. Noch schaut die Realität anders aus. Der Equal Pay Day zeigt klar auf, welchen finanziellen Gap wir Frauen uns auch 2021 noch "leisten".
Es ist an der Zeit, dass wir Frauen und die Verantwortlichen erkennen, dass gleiche Arbeit auch gleiche Entlohnung bedeutet.
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Walter Kreisel
Gamechanger

Not white or black. Not East or West. Not North or South. Not woman or man. Humanity and equal rights are the only way to make the world step for step better.

Peter Rieder
Diversity ThinkTank Consulting Gmbh

Schon jetzt leisten Frauen den Großteil der unbezahlten Familienarbeit. Dass sie zudem auch im Arbeitsleben deutlich weniger verdienen, ist mehr als unfair. Es ist an der Zeit, dass jene, die Gehaltsentscheidungen treffen, endlich ausreichend sensibilisiert und geschult werden, dass sie Gehaltsdiskriminierung erkennen und vermeiden. Denn viele (teils unbewusste) Vorannahmen lassen uns noch immer glauben, dass Männer mehr Kompetenzen haben. Zeit, dass wir aufhören, Frauen an das "Idealbild Mann" heranzuführen und Männer dazu bewegen, Macht abzugeben und Rahmenbedingungen aktiv mitzuverändern!
Der Equal Pay Day erinnert uns daran.
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Sabine Herlitschka
Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria AG

Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sollten im 21. Jahrhundert nicht mehr diskutiert werden müssen. Wir bei Infineon Austria bekennen uns zu Gendergerechtigkeit und haben ein einheitliches Gehaltsschema für Männer und Frauen. Das ist eine Frage einer zeitgemäßen Unternehmenskultur, und dazu bekennen wir uns bewusst. Damit einhergehen müssen auch strukturelle Maßnahmen etwa bei der Kinderbetreuung, bei Karenzmodellen für Frauen und Männer, der Pflege von Angehörigen oder auch bei Regelungen für digitale Arbeitsplätze, die es Frauen ermöglichen, ihren Karriereweg ohne Abstriche gehen zu können.

Henrike Brandstötter
Frauensprecherin, Abgeordnete zum Nationalrat (Neos)

Weniger Gehalt bedeutet auch weniger Pension: Altersarmut ist weiblich. Hier müssen wir endlich aktiv werden, um Frauen auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben zu garantieren.

Eva Schernhammer
Leiterin, Abteilung für Epidemiologie
Medizinische Universität Wien – Zentrum für Public Health

Meine Eltern gaben mir viel Sinn für Gerechtigkeit mit auf den Lebensweg, da sie eine unterschiedliche Behandlung zwischen meinem Bruder und mir nicht zuließen. In Österreich begegnen Mann und Frau einander auf Augenhöhe – doch nur an 293 Tagen im Jahr. Gleiches Einkommen und gleiche Aufstiegschancen für Frauen und Männer an 365 Tagen im Jahr sind mir daher auch im heutigen Berufsalltag ein echtes Herzensanliegen!

Anna Steiger
Vizerektorin, TU Wien für Personal & Gender

Gender Equality Plans, Diversity Strategien, Gehaltsbarometer, Gender Budgeting . . . es gibt eine Reihe an Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, dass Männer und Frauen gleich behandelt, gleich bezahlt werden. Und dennoch „feiern“ wir immer noch den Equal Pay Day. Pläne und Strategien sind wichtig, aber noch wichtiger ist die systematische und konsequente Umsetzung dieser Maßnahmen, damit Frauen endlich genauso viel verdienen wie Männer!

Ines Stilling
ehem. Frauenministerin & Leiterin Sektion III
Frauenangelegenheiten und Gleichstellung im Bundeskanzleramt

In Österreich besteht im europäischen Vergleich ein hohes geschlechtsspezifisches Lohngefälle zwischen Frauen und Männern. Der Equal Pay Day macht diese Einkommensunterschiede einmal mehr deutlich sichtbar. Diese Unterschiede setzen sich – noch verstärkt durch Erwerbsreduktionen und -unterbrechungen – auch in der Pension fort, denn Pensionistinnen erhalten im Schnitt knapp 40 Prozent weniger Pension als Männer. Es ist daher wichtig, gemeinsam die Position von Frauen am Arbeitsmarkt zu verbessern und zusätzlich auch Frauen sehr frühzeitig umfassend zu informieren, welche Auswirkungen Lebensentscheidungen auf die eigenständige finanzielle Absicherung im Alter haben.

Gerhard Kaniak
Abgeordneter zum Nationalrat, FPÖ

Gleiches Gehalt für gleiche Leistung ist ein Grundsatz, der auf jeden Fall besonders für Frauen zu gelten hat. Damit dies auch “tatsächlich” zu einer Gehaltsangleichung führt, müssen Mädchen und Frauen motiviert werden, bei der Berufsentscheidung verstärkt auf die Verdienstmöglichkeiten zu achten. Zudem müssen sie bereit sein, Verantwortung in Führungspositionen zu übernehmen. Ich habe in meinem beruflichem Umfeld viele sehr starke und erfolgreiche Frauen kennen gelernt, welche meinen höchsten Respekt verdienen. Wir sollten allerdings auch jenen Frauen mit großem Respekt gegenübertreten, die sich bewusst für mehr Zeit für die eigene Familie und gegen eine berufliche Karriere entscheiden, denn auch sie leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft.

Doris Hummer
Präsidentin, WKO Oberösterreich

Österreichs Frauen sind top ausgebildet und auch bei den Firmengründungen stehen sie den Männern um nichts nach. Warum gibt es dann noch Unterschiede?
Es sind oftmals fehlende Unterstützungssysteme, falsche Berufsentscheidungen und manchmal auch der Mut, Komfortzonen zu verlassen. Daher sind Vorbilder, Mentoring-Programme, Kinderbetreuungsangebote und bewusste strategische Berufsentscheidungen einige Ansätze wie dieser gap geschlossen werden kann.

Katharina Wiesflecker
Landesrätin Vorarlberg

In Vorarlberg leisten die Frauen sogar 100 Tage im Jahr unbezahlte Arbeit. Das ist nicht akzeptabel. Wir brauchen einen Mindestlohn und müssen versuchen, die Teilzeitquote zu erhöhen. Das ist im Landesdienst bereits gelungen. Die Wirtschaft, aber auch die Bildungseinrichtungen sind gemeinsam mit der Politik gefordert, entsprechende Schritte zu setzen.

Sonja Sheikh
Geschäftsführerin ACR Austrian Cooperative Research

Der Equal Pay Day ermöglicht es, in sehr konzentrierter Form auf ein wichtiges gesellschaftliches Problem aufmerksam zu machen, das sonst gerne unter den Teppich gekehrt wird. Die öffentlichkeitswirksame Aktion trägt damit ganz wesentlich dazu bei, das Ungleichgewicht in der Bezahlung von Frauen und Männern langsam aber stetig zu verbessern, weil sie Bewusstsein für das Thema schafft und es vor den Vorhang holt.

Claudia Winkler
Head of The Negotiation Academy

Im Leben bekommt man nicht was man verdient, sondern was man verhandelt. Nichts entschuldigt die Tatsache, dass es diesen pay-gap gibt. Aber statt sich passiv damit abzufinden, kann ich durch eigenes Verhandlungsgeschick aktiv etwas dagegen tun. Denn das habe ich in der Hand!

Mascha Auracher
Vizebürgermeisterin Lenzing/OÖ (SPÖ)

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist eine seit bereits über 100 Jahren bekannte und leider immer noch aktuelle Forderung. Die Lebensbedingungen für Frauen und Männer haben sich zwar stetig verändert, doch die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern klafft noch immer weit auseinander.

Auch ich finde es traurig, dass diese Forderung im Jahr 2020 zum großen Teil noch immer Vision ist. Daher ist es umso wichtiger, dass mit dem „Equal Pay Day“ jedes Jahr auf diese Diskriminierung aufmerksam gemacht wird. Die Wirtschaft und die Politik sind dringend gefordert adäquate Maßnahmen zu setzen, um den Gender Pay Gap zu schließen!

Birgit Polster
Geschäftsführerin acctus Personalberatung (Salzburg)

Wir besetzen als Salzburger Personalberatung Experten und Management Positionen. Wir besetzen bei Führungspositionen nur 15 % Frauen. Das ist traurig genug. Aber noch auffallender ist es, dass Frauen weit weniger auf ein hohes Gehalt pochen, sondern eher bereit sind auf Geld zu verzichten, wenn der Job interessant ist. Kaum ein Mann wechselt zu schlechteren Konditionen. Da entscheidet sich Equal-Pay oder nicht bereits vor Arbeitsbeginn…“

Ursula Stowasser-Painhaupt
Personal Consulting

Wo Frauen meiner Meinung nach Stärkung brauchen: Netzwerke Pflegen – auch international, Mut zum Verhandeln – ich will sagen, nach vorne gehen; Quote für AR und Vorstand bis es passt; Mentor finden; Wenn Frauen Kinder haben: Verständnis bei Vorgesetzten und Kollegen schärfen.

Andreas Gruber
Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder, Vöcklabruck (OÖ)

Dieser Pay Gap existiert in unserer Kanzlei nicht, da absolut kein Unterschied zwischen den Geschlechtern in der Bezahlung bzw. Einstellung gemacht wird. Bezahlt wird einzig nach Qualifikation und ausgeführter Tätigkeit.

Wir sind für Frauen und Männer ein sehr attraktiver Arbeitgeber, da wir immer wieder versuchen, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Familie, Kindern und Arbeit einzugehen und für den bzw. die jeweilige/n MitarbeiterIn die optimale Lösung zu finden, zum Beispiel Wechsel von Vollzeit in Teilzeit, Arbeit im Home-Office, Urlaubsplanung in den Ferien, geringfügige Anstellung während der Kindererziehungszeit oder diverse Ausbildungen, um die Rückkehr zu erleichtern. Gehaltsmäßig gibt es wegen Kindern bei uns in der Kanzlei keine Einbußen.

Ingrid Rochelt
Marketing-Expertin Foocus Mehrwert Marketing
Vize-Präsidentin BPW Austria

Drehen wir die Medaille um! Equal Pay ist eine Chance für Unternehmen, denn Transparenz ist positiv und ein Zeichen für Offenheit in der Unternehmenskultur. Equal Pay motiviert, weil alle Mitarbeiter*innen erfahren, welche Leistung wie honoriert wird, egal ob von einer Frau oder einem Mann erbracht. Es ist ein Zeichen von Fairness und Wertschätzung, das sich vor allem in der Akquise von neuen (guten) Teamplayer*innen als Magnet erweisen kann.
Ein Argument gegen Equal Pay fällt mir nicht ein, es ist einfach nicht zu rechtfertigen, dass Frauen um 15 % weniger „verdienen“.

Cornelia Pessenlehner
Selbstständige Burn-Out-Prophylaxe-Trainerin, Ayurveda-Kochlehrerin
Präsidentin BPW Austria

Mich berührt diese Ungerechtigkeit sehr, dass Frauen um ca. 15 % weniger verdienen bzw. mehr arbeiten müssen als Männer, um das gleiche Einkommen für vergleichbare Arbeit zu erhalten. Darauf müssen wir laufend aufmerksam machen – jahrein, jahraus, bis der Equal Pay Day der 31.12. ist! Für mich ist das eine wichtige Aufgabe von BPW, die ja auch von anderen Institutionen aufgegriffen wurde und laufend thematisiert wird.

Beate Zechmeister
Leiterin Frauenreferat des Landes Oberösterreich

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollte heute selbstverständlich sein. Dem ist aber nicht immer so. Frauen verdienen nach wie vor oft weniger als Männer. Die aktuellsten Statistiken belegen, dass Frauen in Oberösterreich im Durchschnitt nur 79,3 % der Einkommen von Männern erhalten. Daher ist es ein wichtiges Ziel, die Einkommensschere zu schließen, um damit auch Einkommensgerechtigkeit zwischen Frauen und Männern zu schaffen. Die Frauenstrategie Frauen.Leben 2030 des Landes OÖ. beinhaltet verschiedene Maßnahmen, um dies voran zu treiben“, so Beate Zechmeister die Leiterin des Frauenreferates des Landes OÖ.